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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

06.09.2010

Dachintegrierte Photovoltaikanlagen in der Einkommensteuer

Neben Photovoltaikanlagen, deren Solarmodule auf die vorhandene Dacheindeckung aufgesetzt ist (Aufdachanlagen), gibt es diejenigen, die als Ersatz für die bereits bestehende Dacheindeckung fungieren. Ein Beispiel hierfür sind Dachziegel mit eingebauten Photovoltaikmodulen.

 

Da diese Anlagen zwei Funktionen erfüllen - es wird nicht nur Strom erzeugt, sondern das Haus auch vor Wind und Wetter geschützt - war man bisher der Auffassung, dass diese Anlagen steuerlich anders zu behandeln seien, als Aufdachanlagen.

 

Dies sieht die Finanzverwaltung (abgestimmte Verfügung des Bayrischen Landesamts für Steuern vom 05.08.2010) jetzt anders. Dachintegrierte Photovoltaikanlagen sind ertragsteuerlich wie Aufdachanlagen zu behandeln.

Die für die Anlage investierten Beträge (bei Solardachziegeln nur der Anteil für das Photovoltaikmodul) stellen Anschaffungs-/Herstellungskosten für ein eigenes, abnutzbares und bewegliches Wirtschaftsgut da. Dieses muss als notwendiges Betriebsvermögen dem Gewerbebetrieb "Stromerzeugung" zugerechnet und dort auf 20 Jahre Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG und die degressive Absetzung für Abnutzung sind auch möglich.

 

Die geänderte Verwaltungsauffassung ist in der Mehrzahl der Konstellationen für den Steuerpflichtigen eher positiv zu bewerten. Allerdings sollte bei der Dachsanierung eines vermieteten Hauses stets geprüft werden, ob die bisherige Behandlung als Erhaltungsaufwand nicht eher zum gewünschten steuerlichen Ergebnis führt.