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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

19.08.2010

Photovoltaikanlagen in der Einkommensteuer

Photovoltaikanlagenbetreiber, die den erzeugten Strom an einen Netzbetreiber verkaufen, erzielen damit Einnahmen aus einer gewerblichen Tätigkeit. Voraussetzung hierfür ist die Absicht, Gewinne zu erzielen.

Dies prüft das Finanzamt im Einzelfall: Wird voraussichtlich über die Zeit der Nutzungsdauer der Anlage hinweg in der Summe ein Gewinn erzielt? Wichtige Faktoren, die darauf Einfluss haben, sind z.B. die individuellen Leistungsdaten der Anlage, die Höhe der Investition und die Finanzierungskosten. Maßgebend für die Ermittlung des Gewinnes und somit für die Voraussetzung der Gewinnerzielungsabsicht ist vor allem die zukünftige Vergütung des Netzbetreibers, die gesetzlich festgelegt ist. Komplizierter wird es, wenn der Photovoltaikanlagenbetreiber den "besonderen Anrechnungstarif" in Anspruch nehmen möchte. Das bedeutet, dass ein Teil des erzeugten Stromes vom Betreiber selbst genutzt wird und nur der nicht verbrauchte Stromanteil dem Energieversorger zur Verfügung gestellt wird.

Die im laufenden Betrieb der Anlage erzielten Vergütungen sind Betriebseinnahmen, in der Einkommensteuererklärung muss allerdings der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb eintragen werden.

In den meisten Fällen - Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses - wird dieser Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelt, das heißt, die Betriebsausgaben werden von den Betriebseinnahmen abgezogen.

Betriebsausgaben können sein: Zinsaufwendungen aus der Finanzierung der Anlage (nicht die Tilgung!), Reparaturen und die AfA (Abschreibung für Abnutzung) der Anlage.

Zur Ermittlung dieser Abschreibung muss zunächst geklärt werden, ob die Photovoltaikanlage eine Betriebsvorrichtung oder ein unselbständiger Gebäudeteil ist.

Was ist eine Betriebsvorrichtung? Siehe andere Artikel.