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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

19.08.2010

Photovoltaikanlagen - Umsatzsteuerliche Behandlung

Wird der von der Photovoltaikanlage erzeugte Strom teilweise oder ganz und nicht nur gelegentlich sondern regelmäßig an einen Versorger geliefert, liegt eine nachhaltige Tätigkeit i. S. des Umsatzsteuergesetzes vor. Damit ist man Unternehmer und betreibt ein Unternehmen, auch wenn man ansonsten nicht unternehmerisch tätig ist.

Die Anlage gehört zum Unternehmervermögen, wobei egal ist, ob sie auf dem Dach montiert ist oder das Dach ersetzt.

Der Umsatz - die unentgeltliche Lieferung von Strom - ist grundsätzlich dem Regelsteuersatz unterworfen, momentan also 19%.

Nutzt man den Strom selbst, ist dies grundsätzlich eine steuerpflichtige unentgeltliche Wertabgabe, die Bemessungsgrundlage für die Berechnung sind die Selbstkosten.

Für nach dem 31.12.2008 installierte Anlagen mit einer Leistung von nicht mehr als 30 KW gilt jedoch eine Sonderregelung, wenn der Strom nachweislich in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage selbst verbraucht wird.

Die Regelbesteuerung mit 19% USt und damit der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung ist oft wirtschaftlich sinnvoll, da nur dann die Vorsteuer aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abgezogen werden kann, was zu einem Liquiditäts- und Zinsvorteil führt.

Als Voraussetzung für den Vorsteuerabzug muss die unternehmerische Zuordnung der Photovoltaikanlage für das Finanzamt erkennbar sein. Dies sollte zeitnah durch Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen und Geltendmachung des Vorsteuerabzugs geschehen.

Die Abgabe der Voranmeldungen hat monatlich zu erfolgen, wenn der Betreiber der Photovoltaikanlage erst dadurch Unternehmer wird.