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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

30.07.2010

Photovoltaikanlage: Eine Betriebsvorrichtung?

Bei der Gewinnermittlung kann neben anderen Betriebausgaben wie z. B. Zinsen oder Aufwendungen für die Instandhaltung der Photovoltaikanlage auch die Absetzung für Abnutzung (AfA), auch Abschreibung genannt, angesetzt werden.

Um die Höhe der Abschreibung festzustellen, muss zunächst entschieden werden, ob es sich bei der Anlage um eine Betriebsvorrichtung oder einen unselbständigen Gebäudebestandteil handelt.

Die Definition einer Betriebsvorrichtung als "Maschine und sonstige Vorrichtung aller Art, die zu einer Betriebsanlage gehört und dem Betrieb dient", hilft bei der Entscheidung nicht wirklich weiter. Nur durch die Abgrenzungskriterien zu den unselbstständigen Gebäudebestandteilen wird erkennbar, ob es sich um eine Betriebsvorrichtung handelt.

Bei Photovoltaikanlagen ist also zu klären: Ist die Anlage in das Dach integriert, wie z. B. bei Solardachsteinen, Solardachfolien oder Indach-Solarmodulen? Dienen diese Module auch dem Schutz vor Regen?

Wenn ja, liegt keine Betriebsvorrichtung sondern ein unselbstständiger Gebäudebestandteil vor.

Ist dies nicht der Fall und die Photovoltaikanlage - wie in den meisten Fällen - auf das Dach aufgesetzt, ist es kein Gebäudebestandteil, sondern eine Betriebsvorrichtung.

Eine Betriebsvorrichtung wird als bewegliches Wirtschaftsgut behandelt. Als solches ist die Photovoltaikanlage nach Vorgabe der Finanzverwaltung über 20 Jahre linear (d. h. jährlich mit dem gleichen Betrag) abzuschreiben. Zur Zeit kann bei Neuanschaffung einer Photovoltaikanlage alternativ die degressive AfA angesetzt werden, höchstens jedoch das 2,5 - fache der linearen AfA. Zusätzlich kann die Sonderabschreibung nach § 7g EStG in Anspruch genommen werden.

 

 

Beispiel:

 

Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage                    10.000,- €

./.   degressive AfA

      10.000,- €: 20 Jahre ND = 500,- x 2,5                      1.250,- €

./. Sonderabschreibung § 7 g EStG

      20 % von 10.000,- €                                                 2.000,- €

verbleiben                                                                        6.750,- €

 

 

In 2010 sind damit 3.250,- € Gewinn mindernd zu berücksichtigen.