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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

21.05.2010

Wahlrechte bei Kapitaleinkünften

Wie bereits geschrieben, bestehen trotz Abgeltungssteuer Pflichten aber auch Wahlrechte, Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung anzugeben.

§ 32 d Abs. 4 EStG sieht die Möglichkeit vor, steuermindernde Tatbestände geltend zu machen. Diese können z. B. sein: die Ausschöpfung des Sparer-Pauschbetrags, die Anrechenbarkeit der ausländischen Quellensteuer, die Verrechenbarkeit eines Verlustes bei Bank A mit einem Ertrag bei Bank B, die eventuelle Berücksichtigung von Verlusten aus Vorjahren (Verlustvortrag) oder wenn Anschaffungskosten bei Veräußerungen geltend gemacht werden sollen.

Auf die so ermittelten Kapitaleinkünfte wird der gesonderte Steuertarif (25%) angewandt.

Anders sieht dies § 32 d Abs. 6 EStG vor, hier können die Kapitaleinkünfte auch dem persönlichen Steuersatz unterliegen. Gibt man die Kapitalerträge an (Antrag), prüft das Finanzamt bei der Veranlagung, ob für den Steuerpflichtigen die 25% oder der persönliche, individuelle Steuersatz günstiger ist. Bei der Ermittlung der Kapitaleinkünfte werden dabei allerdings die Regeln der Abgeltungssteuer angewandt, d.h. kein Ansatz der tatsächlichen Werbungskosten und keine Anwendung des Teileinkünfteverfahrens.

Die umfassendsten Auswirkungen hat das Antragswahlrecht nach § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG:  Hier besteht die Möglichkeit, sich nach dem persönlichen Steuersatz unter Anwendung des Teileinkünfteverfahrens  besteuern zu lassen und vor allem auch Zinsaufwendungen für den Anteilserwerbs geltend zu machen. Dieses Wahlrecht hat aber nur der Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH), an der er  mit mindestens 25% beteiligt ist oder mindestens 1 % der Anteile hält und gleichzeitig für die Gesellschaft beruflich tätig ist.