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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

22.11.2011

Vorsteuerabzug einer Photovoltaikanlage

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage, der den mit seiner Anlage erzeugten Strom kontinuierlich an einen Energieversorger veräußert, ist umsatzsteuerrechtlich Unternehmer und kann Vorsteuerbeträge geltend machen. Der Bundesfinanzhof hatte zu entscheiden, inwieweit der Vorsteuerabzug über die Anschaffung der eigentlichen Anlage hinausgeht:

Der erste Betreiber installierte eine Anlage auf dem Dach eines anderweitig nicht genutzten, leerstehenden Schuppens. Kann der Vorsteuerabzug auch in Bezug auf die Herstellungskosten des Schuppens beansprucht werden? Der zweite Betreiber installierte eine Anlage auf dem Dach eines Carports, den er zum Unterstellen seines privaten Pkws verwendete. Kann aus der Herstellung des Carports der Vorsteuerabzug beansprucht werden? Der dritte Betreiber ließ das Dach einer schon vorhandenen, anderweitig nicht genutzten, leerstehenden Scheune neu eindecken und installierte dann eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Kann aus der Neueindeckung der Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden?

Die Antwort des Bundesfinanzhofes:

Insoweit eine unternehmerische Nutzung vorliegt, kann der Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden! In den Fällen der Herstellung muss man jedoch darauf achten, dass der Anteil der unternehmerischen Nutzung des entstehenden Gebäudes mehr als 10 % beträgt.

Strittig wird die Folgefrage bleiben: Wie ermittelt man den unternehmerischen Nutzungsanteil an dem jeweiligen Gebäude? Dies hat, laut Bundesfinanzhof, "der Unternehmer im Wege einer sachgerechten und von der Finanzverwaltung zu überprüfenden Schätzung zu ermitteln". In Betracht würde dabei z.B. ein Umsatzschlüssel kommen, bei dem ein fiktiver Vermietungsumsatz für den privat genutzten inneren Teil des Gebäudes einem fiktiven Umsatz für die Vermietung der Dachfläche an einen Dritten zum Betrieb einer Photovoltaikanlage gegenübergestellt wird.