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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

15.08.2011

Kinder über 18 Jahre - noch Kindergeld?

Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr werden Kinder grundsätzlich beim Kindergeld - bzw. in der Einkommensteuer mit den entsprechenden Freibeträgen - berücksichtigt.

 

Über das 18. Lebensjahr hinaus können Kinder bis zum 21. Lebensjahr berücksichtigt werden, die nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und arbeitsuchend gemeldet sind.

 

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahr können sie berücksichtigt werden, wenn

 

  • in Berufsausbildung
  • maximal viermonatige Übergangszeit zwischen den Ausbildungsabschnitten
  • kein Ausbildungsplatz
  • ein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet wird.

 

Über das 21. bzw. 25. Lebensjahr hinaus ist limitiert eine Berücksichtigung möglich, wenn Kinder Wehr- oder Zivildienst geleistet haben.

 

Bei behinderten Kindern ist eine Berücksichtigung über das 25. Lebensjahr hinaus unbegrenzt möglich.

 

In all diesen Fällen der sogenannten erweiterten Berücksichtigung werden Kinder jedoch dann nicht berücksichtigt, wenn die eigenen Bezüge und Einkünfte der Kinder den Jahresbetrag von 8.004,-- € übersteigen.

 

Ob dieser Jahresgrenzbetrag -gegebenenfalls auch umzurechnen in einen Monatsgrenzbetrag- überschritten wird, ist gemäß der folgenden Reihenfolge zu ermitteln:

 

  • Ermittlung der Einkünfte und Bezüge des Kindes
  • Kürzung dieses Betrages um Aufwendungen für den ausbildungsbedingten Mehrbedarf
  • Kürzung dieses Betrages um nicht verfügbare Mittel wie den Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Sozialversicherung, die Beiträge für eine freiwillige gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung und um die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung.

 

Für die Praxis bedeutet dies, dass in manchen Fällen zur Ermittlung, des Grenzbetrages i.H.v.

8.004,-- € eine Einkommensteuererklärung des Kindes erstellt werden muss. Ein Rechenbei-spiel dazu befindet sich auf unserer Homepage.