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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

03.02.2011

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

In einer Pressemitteilung vom 22. Dezember 2010 teilte der Bundesfinanzhof (BFH) mit, dass er in drei Urteilen vom 22. September 2010 seine Rechtsprechung vom April 2008 bestätigt. Diese besagt, dass "die 0,03%-Zuschlagsregelung in § 8 Abs. 2 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) [...] nur dann und insoweit zur Anwendung kommt, wie der Dienstwagen tatsächlich für solche Fahrten genutzt worden war." Im Streitfall ging es um eine durchschnittliche Nutzung des Dienstwagens für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte an 11,5 Tagen im Monat. Der Steuerpflichtige machte in seiner Einkommensteuererklärung eine Einzelbewertung unter Berücksichtigung der tatsächlich vorgenommenen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte geltend. Demgegenüber hielt das Finanzamt an dem pauschalen Zuschlag nach § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG fest. Diesem liegt die Annahme von 15 Fahrten pro Monat zugrunde. Nach der Rechtsprechung des BFH vom 04. April 2008 ist für den Fall, dass der Dienstwagen einmal wöchentlich für Fahrten zum Betriebssitz des Arbeitgebers genutzt wird, anstelle des o. g. pauschalen Zuschlags eine Einzelbewertung der Fahrten mit 0,002% des Listenpreises je Entfernungskilometer vorzunehmen. Fraglich ist jedoch, ab wie viel Fahrten monatlich die Grenze von der Pauschalbewertung zur Einzelbewertung überschritten wird. Die Finanzverwaltung hat mit Schreiben vom 23.10.2008, BStBL 2008 I S. 961 die Nichtanwendung der Rechtsprechung des BFH erlassen, so dass der Steuerpflichtige in jedem Fall den finanzgerichtlichen Weg beschreiten muss, um einen Anspruch auf Einzelbewertung geltend zu machen.