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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

03.01.2011

Ausdrucken reicht nicht

In immer mehr Bereichen sieht der Gesetzgeber vor, das Daten elektronisch übermittelt werden müssen. Dies gilt z.B. bereits für Umsatzsteuervoranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen an das Finanzamt oder den Jahresabschluss von GmbHs an das Unternehmensregister. Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 müssen dann Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen sowie auch Einkommensteuererklärungen - soweit Gewinneinkünfte erklärt werden - und Festellungserklärungen in elektronischer Form eingereicht werden.

Die elektronische Übermittlung von Jahresabschlüssen von allen bilanzierungspflichtigen Unternehmen an das Finanzamt wurde um ein Jahr verschoben und gilt jetzt erstmalig für Wirtschaftsjahre die nach dem 31.12.2011 beginnen. Unabhängig davon hat seit Jahren die Finanzverwaltung das Recht bei Prüfungen auf digital erstellte Daten - vor allem die Buchhaltung - zuzugreifen.

Wenn man jedoch Belege nur noch digital aufbewahren will, sind dabei die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) zu erfüllen. Die Übermittlung und Speicherung z.B. einer PDF genügt diesen nicht.

Auch wenn man einen Kontoauszug ausdruckt, den einen eine Bank oder Sparkasse in einen elektronisches Postfach hinterlegt hat, erfüllt man nicht die bestehenden Aufbewahrungspflichten: die Finanzverwaltung kann darauf bestehen, Kontoauszüge als Originalausdrucke  - per Kontoausdrucker oder bei der Bank gedruckt und per Post/Schließfach an den Kunden - vorgelegt zu bekommen.

Erst recht kann der Vorsteuerabzug verweigert werden, wenn nur per Email eine PDF geschickt wurde und der Empfänger diese dann selbst ausgedruckt hat.

Elektronische Rechnungen, die den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und damit den Vorsteuerabzug erlauben, sind noch schwierig zu erstellen. Hier sind Vereinfachungen geplant.