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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

08.12.2010

Was ist (k)ein Arbeitszimmer?

Der Abzug als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ist bei einem Arbeitszimmer teilweise gar nicht möglich, teils nur mit Höchstgrenzen.

Daher ist das häusliche Arbeitszimmer nicht nur von der steuerlich unbeachtlichen "Privaten" abzugrenzen, sondern auch von anderen beruflich genutzten Räumen.

Der Blick ins Gesetz hilft dabei nicht weiter, da dort der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers nicht definiert ist. Die höchstrichterliche Rechtssprechung jedoch beschreibt das Arbeitszimmer als das häusliche Büro, d.h. einen Arbeitsraum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, organisatorischer oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient. Der Nutzung entsprechend ist es typischerweise mit Büromöbeln eingerichtet, wobei der Schreibtisch  regelmäßig das zentrale Möbelstück darstellt.

Wenn es also kein Büro ist, ist es auch kein häusliches Arbeitszimmer. Deshalb können u.a. bei Lagerräumen, Werkstätten, Arztpraxen oder Ausstellungsräumen, die durch die berufliche Nutzung veranlassten Aufwendungen grundsätzlich unbeschränkt als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Dies hat aktuell das Finanzgericht Köln auch für ein häusliches Übungszimmer einer Berufsmusikerin entschieden: Die freiberufliche Musikerin darf die Kosten in Höhe von ca. 3000 Euro in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzen. Das Übungszimmer gleiche in vielfacher Hinsicht eher einem Tonstudio als einem Arbeitszimmer im herkömmlichen Sinne; genutzt wurde der Raum zum Einüben von Musikstücken und zur Präparierung des dabei benutzten Musikinstruments und eben nicht für Büroaufgaben.