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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

01.02.2010

Aufwendungen fürs Studium absetzen

Seit 2004 können Steuerpflichtige für ihre erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium bis zu 4.000,-- € als Sonderausgaben abziehen. Dies geht jedoch meist ins Leere, da während des Studiums keine oder nur geringe Einkünfte erzielt werden.

Interessanter ist der Ansatz der Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen als Werbungskosten, wenn ein Veranlassungszusammenhang mit einer beruflichen Tätigkeit besteht, da Werbungskosten im Gegensatz zu Sonderausgaben zu nicht ausgeglichenen negativen Einkünften führen können. Diese "Verlustvorträge" können das Einkommen und damit die Einkommensteuer mindern, wenn man später im Berufsleben Geld verdient.

Die Finanzverwaltung verneint jedoch in den meisten Fällen den Ansatz der Kosten für ein Studium als Werbungskosten und verweist auf den 2004 eingeführten §12 Nr. 5 EStG: Nicht abzugsfähig seien, Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium, wenn diese nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfinden.

Werbungskosten können also nach Auffassung der Finanzverwaltung nur während einer regulären Ausbildung im Betrieb, im Rahmen eines dualen Studiums oder bei einem berufsbezogenen Zweitstudium nach dem Erststudium angesetzt werden.

Der Bundesfinanzhof hat jetzt aber in mehreren Urteilen festgestellt, das bei verfassungskonformer Auslegung des § 12 Nr. 5 EStG die Aufwendungen für ein Studium auch dann als Werbungskosten absetzbar sind, wenn im Vorfeld schon eine Berufsausbildung stattgefunden hat und das anschließend aufgenommenen Erststudium einen hinreichend klaren Zusammenhang mit dem späteren Beruf hat.

Vor dem Bundesverfassungsgericht geklärt werden muss noch die Frage, ob nicht auch bei einen Erststudium ohne vorangegange Ausbildung ein Ansatz der Aufwendungen als Werbungskosten möglich sein müsste.