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Albrecht & Partner | DATEV | Bundesfinanzministerium

01.02.2010

Ehrenamtsfreibetrag: Satzungsänderung notwendig?

Für die erhaltene Vergütung einer nebenberuflicher Tätigkeit für gemeinnützige Vereine ist inzwischen im Einkommensteuergesetz ein Steuerfreibetrag in Höhe von 500 € pro Jahr vorgesehen.

Dieser sogenannte Ehrenamtsfreibetrag kann - im Gegensatz zum sog. Übungsleiterfreibetrag - für unterschiedlichste Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich einer steuerbegünstigten Körperschaft oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke gewährt werden.

Bespielweise kann damit die Tätigkeit als Mitglied des Vorstands eines Fördervereins, die Reinigung von Vereinsräumen, die Pflege von Sportanlagen oder das Waschen von Trikots der Jugendmannschaft begünstigt sein.

Wenn ein Verein Tätigkeitsvergütungen zahlt oder zahlen möchte, steht dabei im Hintergrund immer, das die Mittel einer gemeinnützigen Körperschaft ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet werden dürfen.

Zu beachten ist ferner unbedingt, dass eine Vergütung für die Tätigkeit als Vereinsvorstand nur dann erlaubt ist, wenn dies die Vereinssatzung ausdrücklich vorsieht. Satzungsverstöße können den Verlust der Gemeinnützigkeit nach sich ziehen! Wenn bisher Vergütungen trotz entgegenstehenden Satzung gezahlt wurden, ermöglicht die Finanzverwaltung jetzt noch eine Satzungsanpassung bis zum 31.12.2010, um den negativen Folgen zu entgehen.

Abzugrenzen von einer Tätigkeitsvergütung ist allerdings der Aufwendungsersatz: Mit diesem können Vereinmitgliedern wie Nichtmitgliedern Auslagen wie z.B. Porto, Kopien oder Fahrtkosten ersetzt werden. Dies bedarf keiner ausdrücklichen Regelung in der Satzung, solange nur tatsächlich angefallene, nachgewiesene Kosten erstattet werden bzw. eine grundsätzlich zulässige pauschale Aufwandsentschädigung die entstandenen tatsächlichen Kosten nicht übersteigt.